Donnerstag, 5. März 2015

Was macht ihr mit altem Selbstgenähtem?

Seit ungefähr einem Jahr bin ich am Ausmisten. Immer mal wieder, in kleinen Wellen. Ich bin schon sehr zufrieden, alles was ich noch zum Ausleiern in den Schwangerschaften oder zum Besabbern lassen in den Stillzeiten aufgehoben hatte, ist weg. Jetzt haben wir aber noch einen neuen Kleiderschrank kaufen müssen. Da es genug andere Baustellen gibt, war der Plan eigentlich, den alten so lange zu behalten, bis er auseinander fällt. Das hat er leider früher getan als erwartet.



Also nochmal die Gelegenheit, zu überdenken, was in den "Neuen" einziehen darf. Wegen der guten Vorarbeit ging das wirklich schnell. Ich kann inzwischen auch gut selbstgenähtes entsorgen, wenn seine Zeit abgelaufen ist. Aber es gibt da so ein paar Einzelfälle. Sehr skurile Typen, die ich nicht wegschmeißen kann. Weil sie selbstgenäht sind. Ich werde sie nie wieder anziehen, aus diversen Gründen. Ich nähe ja schon etwas länger. Ja, ich kann sogar behaupten, dass der Teil meines Lebens, in dem ich nicht genäht habe, kürzer ist, als der Teil mit dem besten Hobby der Welt.


Da ich nicht weiß, was ich mit diesen Teilen machen soll, will ich sie euch wenigstens mal zeigen. Sie sind nämlich noch nie gezeigt worden. Also getragen habe ich sie schon. Damals.


Mit 15 hatte ich Tanzstundenabschlussball. Ein Kleid hatte ich erstaunlicherweise gefunden, obwohl ich damals schon immer sehr enttäuscht war, vom Angebot in den Läden, die ich mir leisten konnte. Aber mir fehlte ein Mantel. Meine Oma hatte sich gerade den Goldenen Schnitt von Lutterloh gekauft und sie lieh mir ihren Ordner mit den Schnittzeichnungen. Daraus nähte ich einen Mantel in A-Linie. Aus lila Fleece (!!!). Mit kariertem Futter, weil meine Mutter welches in ihrem Bestand hatte. Mit schön-hässlich-großen Knöpfen (die waren ganz und gar nicht billig!). Die rechte Vorderkante ist ein wenig verzogen (Fleece!!!), aber hey, dafür mit so einem Kettchen als Aufhänger. Natürlich selbstgebastelt aus einer alten Kette.


Jahrzehntelag hing der Mantel bei meiner Mutter im Keller, bis sie ihn vor ein oder zwei Jahren mitbrachte mit den Worten "du hast jetzt mehr Platz als ich".

Die Hose hatte eigentlich breite Aufschläge. Keine Ahnung, wo die hin sind.

Als ich den karierten Hosenanzug nähte, muss ich so 17 oder 18 gewesen sein. Zumindest war ich noch keine Studentin, denn damals holte ich mir Burdas aus der Stadtbibliothek und da war ich dann während des Studiums eigentlich nicht mehr.


Würde ich sowas heute noch nähen? Nie im Leben! Meine Anspüche an die Ausführung sind wohl inzwischen viel zu hoch, als dass ich ihnen gerecht werden könnte. Damals wollte ich einfach sowas haben. Also habe ich einfach mal angefangen. Der Wollstoff war nicht billig und ich habe viel zu viel gekauft. Den Laden in der Wilsdruffer Straße gibt es schon lange nicht mehr. Es muss eine Ewigkeit gedauert haben, bis ich alles zugeschnitten hatte, denn offensichtlich habe ich genau auf den Karoverlauf geachtet.


Das Futter war inzwischen etwas dezenter und ich habe sogar ein handgesticktes(!) Label eingenäht. Auch den Gürtel habe ich selbstgemacht, wenn ich mich recht erinnere, war die Schnalle mal an einem Schuhriemchen. Auch hier gibt es vieles, was noch nicht so toll geklappt hat: der Stoff franst an ganz vielen Stellen, die Ärmel sind unterschiedlich bucklig und faltig eingenäht, der Knopflochabstand ist nicht gleich und insgesamt stimmt mit den Vorderteilen einfach etwas nicht. Die Passform der Jacke ist eine Katastrophe.


Aber ich habe Jacke und Hose oft getragen, wenn auch nicht unbedingt zusammen. Während späterer Praktika trug ich die Hose z.B. oft mit einem schwarzen Rolli und dazu flache knöchelhohe Schnührschuhe, so ein bisschen maskulin aber mit damals modernem eckigem Leisten und gebrushten und dadurch leicht glänzendem schwarzen Leder. Ich hab ich eigentlich schon mal erzählt, dass ich während des Studiums Schuhe verkauft habe? ;-)

Ich hab noch mehr solcher Kandidaten, aber diese beiden zeigen wahrscheinlich am besten, was ich meine. Sowas kann man doch nicht wegwerfen. Oder? Weit weg von perfekt und trotzdem sehr lieb gewonnen.

Außerdem zeigen die Klamotten noch etwas anderes: Einfach machen! Wie oft habe ich schon gehört "an Futter traue ich mich nicht dran". Oder Karos. Oder ... . Wieso? Was soll da passieren? Außer, dass man sich ein paar Jahrzehnte später darüber amüsieren kann :-)

Samstag, 28. Februar 2015

12 Tops Challenge Februar

Ich mache heute bei der 12 Tops Challenge von Santa Lucia Patterns mit, auch wenn ich im Januar gar nicht mit von der Partie war. Eigentlich kann ich auch gar nicht behaupten, dass ich an der inzwischen sehr bekannten Oberteilschwäche leide, aber ich plane ein bisschen kombinierbarer zu nähen und da gehören natürlich auch einige Oberteile dazu.


In den letzten Tagen habe ich das Schluppen-Top 119 aus der Burda 2/2008 genäht. Und das - Achtung: Premiere! - bereits zum zweiten Mal! Zugegeben, es ist noch etwas kalt für das Teil, aber ein weiterer Plan von mir ist, endlich mal antizyklisch zu nähen oder zumindest einigermaßen gerüstet zu sein, wenn es wärmer wird.


Die erste Version ist schon 6 Jahre alt und aus einem widerlichen Polysatin. Diesmal habe ich eine graue Viskose mit kleinen weißen Herzen vom Stoffmarkt vernäht. Fühlt sich definitiv besser an, knittert aber eben auch. Die Kombi-Röcke fehlen größtenteils noch, zu den vorhandenen Hosen passt das Top jedoch schon mal.

Dienstag, 17. Februar 2015

Meerjungfrau

Heute morgen habe ich mich durch einen halben Kindergarten voller glitzernder Prinzessinnen gekämpft. Dagegen sah meine Meerjungfrau regelrecht dezent aus.


Genäht ist nur der Rock mit Fischschwanz. Im Schwanzteil hinten steckt Volumenvlies, dadurch sind die gequilteten Schuppen schön plastisch geworden. Als Oberteil hätte das Kind ja gern so ein Bikini-Oberteil wie die Arielle gehabt, aber Fasching ist ja dummerweise immer im Winter. Deshalb ließ sie sich leicht überzeugen, ihren Gymnastik-Anzug vom Zirkus-Training anzuziehen.





Von vorn ist die Meerjungfrau übrigens grün. Im Nachhinein war das keine gute Idee. Egal, noch ein paar Glitzer-Pailletten aufgenäht, ein Reststück Tüll um die Hüfte und fertig. Um den Hals gab es noch eine Kette mit echten Ostsee-Muscheln.

Montag, 2. Februar 2015

Kindersachen


Zum Geburtstag hat die Große ein neues Shirt bekommen. Ich habe beschlossen, dass die Zeiten mit den Zahlen auf dem Oberteil vorbei sind. Das Shirt vom letzten Jahr passt ihr noch ganz gut, aber ich bezweifle, dass sie jetzt noch mit einer "5" rumlaufen will.


Da sie nur etwas Schlichtes zum Kombinieren brauchte, ist es auch was ganz einfaches geworden. Den Schnitt habe ich von einem Kaufshirt abgenommen, der passt wesentlich besser als der Ottobre-Schnitt, den ich ursprünglich dafür aus dem Heft kopiert hatte. Dem Kind gefällt es sehr gut.


Der Kindergeburtstag war diesmal ein Hexengeburtstag. Dafür war die Große bestens ausgestattet. Mir war aber klar, dass die Kleine auch mitmischen will. Also habe ich für sie einen Mini-Hexenumhang genäht. Das ist einfach ein Dreiviertelkreis, bei dem ich die vorderen Ecken (mit einem Teller als Schablone) abgerundet habe. Ein Stoffrest aus dem Vorrat, Satin-Schrägband drumherum, fertig. Das macht richtig Spaß, wenn es so schnell und einfach geht!


Die Kleine hatte ein weißes Jerseyjäckchen geschenkt bekommen. Natürlich ißt sie wie ein Ferkel und trotz Lätzchen kann man immer genau sehen, was es zu essen gab. Deshalb habe ich die Jacke mit selbstgemachten Stempeln bedruckt. Einen Bleistift mit Radiergummi habe ich in unserem Haushalt nicht finden können, aber einen Rest Moosgummi. Mit einem normalen Büro-Locher habe ich einen Punkt ausgestanzt und auf die Rückseite eines Bleistiftes geklebt. Den Stern wollte ich genauso mit einem Stern-Stanzer machen, da passte der Moosgummi aber nicht drunter. Der Stern ist jetzt also freestyle ausgeschnitten, was ihn aber irgendwie auch ganz schön macht. Ihn habe ich auf eine Spielfigur geklebt.

Einmal getragen und schon sind die ersten Flecken drauf, die beim Waschen nicht weggingen. Fallen aber gar nicht auf. Ziel erreicht.

Jetzt sitze ich noch am Faschingskostüm für die Große. Na, wer kann erraten, was sie dieses Jahr sein wird?

Donnerstag, 29. Januar 2015

UFO-Abbau-Sew-Along, Teil 4 - Finale

Sieht etwas beulig aus, aber es sollte halt alles auf ein Bild;-)

Geschafft. Also fast, aber zufriedenstellend. Den Rock habe ich hier und hier schon gezeigt, das Shirt sieht man oben auf dem Foto und das Unterkleid kommt jetzt.


Es ist noch nicht gesäumt, weil ich auch den neuen Saum des Obendrüber-Kleides noch nicht angefangen habe. Da brauche ich beim nächsten Nähtreffen (übermorgen!) ein helfendes Händchen. Aber ansonsten sollten diese zwei Säume schnell gemacht sein. Immerhin ist noch nicht mal Frühling, da muss ich auch noch nicht mit dem ersten Sommerkleid fertig sein.


Die Viskose trägt sich schon mal sehr angenehm. Diese kleinen Ringe für die Träger wollte ich nicht erst kaufen. Weniger aus Geiz, sondern vielmehr aus Zeitgründen. Deshalb habe ich in meinen Beständen nach abgeschnittenen BH-Trägern gesucht, die ich genau für diesen Zweck mal aufgehoben hatte. Ich habe sie auch gefunden, allerdings genau einen weißen und einen schwarzen. Fragt mich nicht, warum. Also habe ich sie kurzerhand mit Nagellack gleich gefärbt und hoffe nun, dass das ein Weile so hält.

Ich bin sehr zufrieden, auch wenn ich nicht alles geschafft habe. Vielen Dank nochmal an Muriel für den Sew Along! Es hat Spaß gemacht, im neuen Jahr erstmal Ordnung zu schaffen, bevor es richtig losgeht. Jetzt gehe ich mal schauen, ob die anderen alle UFO's geschafft haben.

Freitag, 23. Januar 2015

Bloggerinnentreffen in Leipzig

Wie schon am Mittwoch angekündigt, möchten wir gern für den 9. und 10. Mai 2015 nach Leipzig einladen. Okay, wir, also naja, ich bin ja gar keine Leipzigerin, aber ich darf euch trotzdem einladen und schon mal ankündigen, wie das Programm so ungefähr ablaufen soll:



Samstag 9.Mai 2015
Wir werden eine schöne Lokalität suchen und gemeinsam mit euch ab 18.00 Uhr den Abend verbringen. Da einige vermutlich schon eher anreisen; gibt es die Möglichkeit sich bereits davor zu verabreden; auch eine Liste mit den Stoffläden in Leipzig ist vorhanden.

Sonntag 10. Mai 2015
Gern würden wir uns vormittags mit euch treffen und eine geführte Stadtbesichtigung durch die wunderschöne Leipziger Innenstadt machen. Danach gibt es noch die Möglichkeit, auf einen Kaffee oder Tee einzukehren.

Habt ihr Lust und Zeit zu kommen?

Wir sammeln die Anmeldungen unter bloggerinnentreffen2015@gmx.de .
Bitte teilt uns mit, ob ihr an beiden Tagen kommt und Interesse an dem Stadtrundgang habt (Dieser wird nur bei einer Anmeldung von mehr als 15 Personen durchgeführt).
 
Da wir für die Organisation wissen müssen wie viele wir sein werden, schließen wir die Anmeldeliste am 14. März. Genauere Informationen zu Übernachtungsmöglichkeiten, Kosten und Treffpunkten bekommt ihr dann per Mail. Zögert nicht zu lange, Leipzig ist eine Messestadt und immer gut besucht. Wir rechnen im Moment  mit einem Teilnahmebeitrag von nicht mehr als 20 € (inkl. Abendessen). 

Wir freuen uns sehr auf euch!

Ich habe schon von einigen gelesen, dass Ihnen Leipzig zu weit sei. Das ist keine Ausrede! Seid froh, dass es nicht Dresden geworden ist, das ist noch weiter ab vom Schuß;-)
Jedenfalls würde ich mich freuen, wenn ihr die (weite) Reise auf euch nehmt, beim nächsten Mal fahren wir dann wieder etwas weiter, versprochen.

 

Donnerstag, 22. Januar 2015

UFO-Abbau-Sew-Along, Teil 3 - nochmal Zwischenstand

Den Rock hatte ich ja letzte Woche schon fertig und gestern zum MMM schon an. Auch da gab es wieder ungläubige Kommentare wegen des nicht vorhandenen Saums. Nach einem Tag tragen habe ich noch keine Nachteile festgestellt. Ich werde weiter beobachten...

Ein richtiges UFO muss auch ordentlich zerknittert sein, das gehört nunmal dazu!

Vom Unterkleid habe ich den Schnitt abgenommen, zugeschnitten, die Seitennähte geschlossen und Schrägband zugeschnitten und geformt. Ich habe tatsächlich zum ersten Mal einen Schrägbandformer benutzt! Von euch hatte ich tolle Empfehlungen für Unterkleid-Schnitte bekommen, vielen Dank dafür, allerdings ist mein Viskose-Stoff kein Jersey, sondern ein Webstoff. Wieso einfach, wenn es auch kompliziert geht ;-)

Vom nachträglich gefundenen UFO-Shirt habe ich genau eine (Overlock-)Naht geschafft, die andere, mit der Nähmaschine, muss noch gemacht werden.

Ich bin zuversichtlich, dass ich bis zum Finale fertig bin, Ich MUSS einfach bis zum Finale fertig werden, da hier dringend ein Faschingskostum gebraucht wird!

Die anderen UFO-Bezwingerinnen gibt es wieder bei Muriel.

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