Montag, 7. September 2015

Working Girl Sew Along - Teil 1: Zieldefinition

Eigentlich hatte ich schon beschlossen, bei diesem Sew Along nicht mitzumachen. Obwohl ich am Anfang gleich laut "Hier" geschrien hatte. Die Zeit fehlt für so einen engen Rahmen und das wird sich in absehbarer Zeit auch nicht ändern. Wenn ich aber mal ehrlich bin, entsteht fast alles was ich nähe mit dem Hintergedanken, auch bei der Arbeit getragen zu werden. Und wie Alex, die Organisatorin des Working Girl Sew Along, ziehe ich mich nach der Arbeit nicht nochmal um. Ich muss zwar unter der Woche mit den Kindern nicht auf den Spielplatz, das haben sie durch Tagesmutter/Kindergarten bzw. jetzt Schulhort schon erfolgreich absolviert. Aber über den Boden krabbeln (also drinnen :-)) oder ähnliches gehört auch zu meinem Alltag. Also werde ich hier und heute doch meine Gedanken niederschreiben, da es meine Herbstgarderobe sowieso betreffen wird. Ob ich dann termingerecht nähen kann, will ich nicht versprechen.

Einen Dress Code gibt es bei mir im Büro nicht. Im Gegenteil. Die Leute laufen hier ziemlich grottig rum. Ich glaube, ich erwähnte es schon mal, ich arbeite in der IT-Branche. Da ich aber kein Software-Entwickler bin, sondern Marketing-Tussi, muss ich mich ja nicht am Wettkampf um das schlechteste Outfit beteiligen. Mein Arbeitsplatz wird auch als erstes wahrgenommen, wenn man die Firma betritt. Wenn es einen Empfang gäbe, dann wäre ich das wohl. Manchmal finde ich es ziemlich traurig, wenn Kunden im schicken Anzug zu einem Termin kommen und sie werden von einem Kollegen in Jeans und T-Shirt empfangen. Anzug und Business-Kostüm fände ich für eine IT-Firma auch sehr übertrieben, aber es gibt so viele Varianten zwischen Anzug und Jeans.

Für mich bedeutet das zwar ziemlich freie Auswahl, aber ich beschränke mich selbst. Das hat meiner Meinung nach mit Wertschätzung des Gegenüber zu tun. Aber auch mit Selbstachtung. Außerdem: wie ernst wird man genommen, wenn man sich bei einem schwierigen Thema durchsetzen muss und versucht das in Jogginghose. Oder in Gummi-Flipflops.

Was heißt das jetzt für mich? Im Moment trage ich Röcke, Kleider, Hosen (bis jetzt habe ich es ohne Jeans geschafft, aber ich bin erst seit ein paar Monaten in der Firma) und daran werde ich nichts ändern. Aber ich habe das Gefühl, einige bequeme Teile könnten nicht schaden. Lässig und trotzdem schick. Ein Outfit wird ja ganz wesentlich durch die Schuhe beeinflusst. Und da liegt für mich oft das Problem: Die Kleider und Röcke in meinem Kopfkleiderschrank verlangen oft nach hohen oder anderen grazile Schuhen. In diesem Herbst habe ich Lust, mir welche von den vielen tollen flachen Modellen zu kaufen, die gerade in den Läden stehen. Da muss mein Kopf noch ein bissl rattern, wie das zu meinen bisherigen Klamotten passen soll. Hosen wären natürlich passend, aber die möchte ich mir nicht nähen, da mir Kaufhosen wunderbar passen und ich mit meiner wenigen Nähzeit haushalten muss. Aber so in Richtung Marlenehose mit kürzeren oder reingesteckten Oberteilen - das könnte mir gefallen.

Quelle: Stoff und Stil
Eine Sache steht schon fest. Ich habe letzten Winter einen tollen Kuschel-Sweatshirt-Stoff bei Stoff und Stil gekauft, der MUSS einfach verarbeitet werden. Dazu passt auch die Tatsache, dass mein neuer Arbeitsplatz ziemlich kühl ist. Übrigens: neuen Stoff will ich nicht kaufen, diese Bedingung muss unbedingt noch mit genannt werden.

So, das muss für heute erstmal reichen, ich gehe mal weiter in mich. Vielen Dank schon mal an Alex von Mamamachtsachen für die tolle Anregung!

Kommentare:

  1. Ich arbeite auch mit Software-Entwicklern zusammen, und ich muss sagen, ich finde das völlige Fehlen von Dresscodes total entspannend. Ich selbst ziehe mich trotzdem gepflegt an, aber ich werde nicht daran gemessen, ob mein Outfit neu oder supertrendy ist.

    In der Modebranche war das anders. Da war gefühlt jeder Tag Show-Tag. Mode ist etwas Äußerliches, und wenn darauf der berufliche Fokus liegt, zieht das entsprechend viele in die Branche, für die das eigene Schönsein im persönlichen Mittelpunkt steht. Man sieht nirgends so viele Rad schlagende Pfauen wie auf Modemessen, weibliche wie männliche.
    Dabei sind Modeberufe, also die hinter den Kulissen, per se nicht glamourös, sondern ganz normales Handwerk. Und auch das Design ist nichts, was einem mal eben so aus der Feder fließt, auch wenn nette Filmchen über prominente Modedesigner uns genau das glauben machen wollen.

    Viele Grüße
    Ursula

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    1. Du hast recht, sich freiwillig gut anzuziehen ist gar nicht so schlecht. Ich habe während des Studiums mal ein Praktikum in einer Modefirma gemacht, auch im Marketing, und geschworen, diese Branche zu meiden. Ich kann mich nicht erinnern, auch nur einen rational denkenden Menschen dort getroffen zu haben. Außer dem System-Administrator vielleicht.

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  2. Bei diesem Sew Along Thema musste ich doch glatt an dich und unser letztes Gespräch zur Berufsbekleidung denken, das Thema passt ja wie die Faust aufs Auge; )).
    Ich kann verstehen, dass du dich nicht nach unten orientieren willst und bin ehrlich gesagt sehr gespannt welche phänomenalen Schuhwelten du auftust. Schuhe machen ja so viel aus.
    Liebe Grüße
    Sylvia

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    1. Phänomenale Schuhwelten? Das wär's ja! Wenn ich welche finde, erfährst du es als Erste!

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  3. Schön, dass du deine Gedanken niederschreibst, auch wenn unsicher ist, ob du den terminplan halten kannst. Mir hilft das Schreiben immer sehr, mehr Klarheit und Struktur zu bekommen. Eine Marlenehose fänd ich spannend, die könnte mir für mich auch gefallen und würde gut zu der aktuellen flachen Schuhmode passen. Ich habe heute einige anprobiert, fand sie aber alle zu klobig an mir. Mal schauen ... . LG, Anni

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    1. Ja, ich suche auch nach den bequemen und trotzdem zarten Schuhen ;-) Habe heute auch welche anprobiert, aber es war noch nicht das Richtige dabei.

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  4. Ja gell, diese guten Beschlüsse...allerdings ist dieser Sewalong sehr Nutzenorientiert, was ich super finde!

    Schön, wenn du tragen darfst, was du willst! Und deine Gedanken, wie du auftreten möchtest finde ich sehr schön und gut durchdacht. Und das Schuhproblem kenne ich - konnte ich vorher ständig in Absatzschuhen herumwanken (meistens ca 6 -8 cm, nicht so hoch), ist ein Tag im Museum schon sehr anstrengend, bei mehreren Führungen etc. bin ich meistens nicht länger als einmal für 10 Minuten am Sitzen - den Rest am Stehen und Herumgehen. Für diese Jahreszeit würde ich tolle flache Stiefel empfehlen oder solche mit kleinem Absatz, da findet sich bestimmt etwas. Oder schöne schlichte Schnürschuhe gibt es doch zuhauf, auch knöchelhohe...solche kaufe ich mir nämlich auch

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Vielen Dank für's Kommentieren!

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